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Den Anfang denken. Band I. Vom Mythos zur Rhetorik

Die Philosophie der Antike in Texten und Darstellung


Philosophische Bibliothek 625. 2011. XXXVIII, 205 Seiten.
978-3-7873-2151-3. Gebunden
EUR 28,90


Mit Texten von Hesiod, Parmenides, Aristoteles (zu Thales), Simplikios (zu Anaximander), Platon (zu Thales und Protagoras), Empedokles, Anaxagoras, Aischylos, Gorgias, Xenophon, Isokrates, Cicero.


Im Buch bl?ttern
Dieses dreib?ndige Werk zur Philosophie der Antike beschreibt deren Entfaltung und erm?glicht dem Leser, anhand einer begründeten Auswahl thematisch aufeinander bezogener Texte den Weg nachzuverfolgen, den die Autoren der Zeit mit dem Ziel gegangen sind, das menschliche Denken und Handeln am 'Anfang aller Dinge' zu orientieren.

Im ersten Band ('Vom Mythos zur Rhetorik') geht es zun?chst um die vorsokratische Frage nach der Einheit und dem Ursprung des Seienden und den übergang zur Ausbildung der Rhetorik; sodann im zweiten ('Sokrates, Platon und Aristoteles') um die klassische Gestalt der Philosophie, die nach einer Verbindung zwischen dem Denken des Anfangs der Dinge und der Begründung der Ethik suchte; und schlie?lich im dritten ('Vom Hellenismus zum Christentum') um die Metamorphosen des metaphysischen Denkens in der Zeit vom Hellenismus bis zur Ausbildung der 'theologia naturalis' im Zeichen des Christentums.

Der besondere Wert dieses Kompendiums besteht in der Pr?sentation eines methodisch durchdachten Leitfadens, nach dem die philosophischen Konzepte, aber auch der Proze?, in dem sich das philosophische Denken in der antiken Welt entfaltet, als sinnvolle Einheiten zu verstehen sind. Dieser Leitfaden wird nicht beliebig konstruiert, sondern im Blick auf die gedankliche Bewegung und die sich darin entfaltende Form gewonnen, in der sich erstmals im antiken Griechenland die Philosophie als eine besondere Kulturform des Denkens konstituiert hat.

Philosophische Konzepte sind keine Einheiten, die für sich stehen und Satz für Satz entwickelt werden k?nnen, sondern sie beruhen auf Prinzipien, die ihrer ?u?eren Form zugrunde liegen. Hegel hat sie in der 'freien Tat' verortet, in der philosophisches Denken sich selbst begründet. Alte und neue, aber auch miteinander konkurrierende philosophische Ans?tze stehen nicht beziehungslos nebeneinander, sondern verweisen auf ihr genetisches Prinzip, das darauf angelegt ist, statt in absoluter Reinheit in einer Vielfalt unterschiedlicher Realisierungsgestalten zur Erscheinung zu kommen.

Die Ann?herung an die Welt der antiken Philosophie wird in diesem Werk also über die 'freie Tat' des Gedankens und die in ihr begründeten Regeln gesucht. Reckermann belegt, da? diese Regeln dem Aufbau des 'Reichs' begrifflicher Formen zugrunde liegen und es erm?glichen, die Wirklichkeit als Zusammenhang differenzierter Ordnung zu denken. In der Bewegung ihrer Selbstkonstitution bestimmt die Philosophie aber nicht nur, was in Wahrheit ist, sondern auch ihr Verh?ltnis zur Welt des Handelns und zeigt so auf, wie sich die Frage nach der besten Form des Lebens mit der nach dem 'Anfang aller Dinge' verbindet.

Um diese Selbstkonstitution eines genuin philosophischen Wirklichkeitsverst?ndnisses nachvollziehbar zu machen, stützt sich Reckermann durchg?ngig auf die beigefügten Auszüge aus Originaltexten, die auch als Verstehenshilfe für eine strukturierte, umfassendere Lektüre dienen k?nnen. Die Auswahl der Auszüge erfolgte so, da? sich daraus das prinzipientheoretische Konzept des jeweiligen Autors in seinen Grundzügen und wichtigsten systematischen Konsequenzen erschlie?en l??t.
Als 'Verstehenshilfe' für eine anschlie?ende 'vollst?ndige Lektüre' klassischer Texte will der Autor sein Werk verstanden wissen, als Wegweiser durch abgelegene Gefilde. Man kann das als Understatement auffassen, denn Reckermann hat mit seinem Vademecum, von Felix Meiner mit frischem Erscheinungsbild, Hardcover und Leseb?ndchen ausgestattet, eine klug komponierte Besinnung auf nichts weniger als die Ursprünge unserer Kultur vorgelegt.
Die ganze Besprechung auf Sciencegarden

Angesichts einer unertr?glichen Trivialisierung philosophischer Themen durch medial aufgebauschte 'Bestseller' sind wir dankbar für jede solide, philologisch orientierte und auf der Basis wissenschaftlicher Forschung erarbeitete Pr?sentation des Reichtums der philosophischen Tradition, wie sie uns in diesen drei B?nden vorliegt.
Theologische Revue Nr. 5 (2012)
Reckermanns Werk ist mehr als eine gediegene Darstellung der antiken Philosophie. Der Autor verbindet die historische "Rekonstruktion mit einem lebendigem Interesse. Von doxografischer oder sonstwie beschaffener Vollst?ndigkeit ist er weit entfernt. [...] Reckermann beschreibt in gut fassbarer Diktion die Problemstellungen und L?sungsans?tze. Dies macht die Darstellung zun?chst einmal zu einem ausgezeichneten Kompendium. Aber der Autor geht, wie gesagt, darüber hinaus. Er beschreitet den weg einer gedanklichen Auseinandersetzung, die direkt in die philosophische Reflexion hineinführt. [...] Die B?nde sind typographisch meisterhaft gestaltet." Das Historisch-Politische Buch 4 (2016), Matthias Wolfes 20.12.2016
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